KuLaDig-RLP

Projekt der Koblenzer Kulturwissenschaft und des Ministeriums für Kommunen, Bauen, Wohnen, Kultur Rheinland-Pfalz

Station 9: Veränderungen durch Dampfmaschinen

Vom Dampfschiff Johann Wagner III. aus führen mehrere Seile zum Floß. Solche Dampfschleppschiffe läuteten eine neue Phase in der Flößerei ein (Bild: Flößer- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen)

Vom Dampfboot geschleppt

Es war ein großer Durchbruch in der Rheinflößerei, als nach dem Jahre 1860
mittels kleiner Dampfschlepper von 200 bis 300 PS Antriebsleistung die Flöße
auf Kurs gehalten wurden. Mit dieser Schlepphilfe veränderte sich auch die Zusammenstellung – Bau sowie die Bemannung eines Floßes

Für die Handhabung eines solchen Floßes mit den in dieser Zeit vorgegebenen max. Abmessungen von 220 m Länge und 63 m Breite wurde nur noch etwa 25 Flößer benötigt. Aufgrund der reduzierten Bemannungszahl mußten auch weniger Schlafhütten errichtet und weniger Proviant
mitgenommen werden. So mußten nur am hinteren Floßende einige „Streiche“ angebracht werden, um den Schlepper bei der Kurzhaltung zu unterstützen.

Diese damalig zulässigen Höchstabmessungen sind mit einer Fläche von gut zwei Fußballfelder zu vergleichen. Die Hauptlieferanten von Floßholz war der süddeutsche Waldbereich. Über die Nebenflüße kamen die Stämme in kleinen Gebinden zum Rhein, wo diese zu einem Rheinfloß zusammengestellt wurden. Dieses „Einbinden“ war Sache der Flößer. Das linke Bild zeigt Flößer beim Einbinden eines Floßes. Dazu wurden sogenannte Wiedzöpfe genutzt, wie man auf dem rechten Bild sieht.

Der Wahrschauer fährt vor

Ein solches geschlepptes Floß wurde von dem etwa 1 bis 1,5 Stunden vorausfahrenden Wahrschaunachen, welcher durch das Zeigen einer rotweiß karierten Flagge über die baldige Ankunft des Floßes informierte. Dieses Wahrschauboot mußte mit mit einem erfahrenen Flößer besetzt sein.

Die Schifffahrt und die Schiffsbrücken mußten dafür Sorge tragen, dass ausreichend Platz für eine gefahrlose Passage des Floßes möglich war.

Wahrschauernachen mit der typischen rot-weißen Signalflagge (Bild: Flößer- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen)

Eisenbahnverkehr

Mit der Eröffnung der mittelrheinischen Bahnstrecke änderte sich auch für die Kamper Flößer einiges. Ab dem Jahre 1862 wurde hier der Eisenbahnverkehr aufgenommen. Die Flößer nutzten das Angebot für die Fahrten zum Erreichen des jweiligen Einbindeplatzes (Zusammenstellung ) der Flöße sowie für die Heimreise von den Zielhäfen z.B. den Niederlanden. Ja dies war eines große Erleichterung und eine enorme Zeiteinsparung, denn davor mußten die Flößer diese Strecken per Fuß zurücklegen.

Wahrschauen bedeutet in der See- und Binnenschifffahrt “Achtung” oder “Vorsicht” gebieten. Heutzutage geschiet dies mit Signalanlagen.

Flößer- und Schiffervokabular

Alle Stationen auf einen Blick:

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Kamp-Bornhofen Stationenweg

Station 1: Bahnhof Kamp-Bornhofen
Station 2: Sankt-Nikolaus-Platz
Station 3: Rathaus und Museum
Station 4: Schiffermast
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