KuLaDig-RLP

Projekt der Koblenzer Kulturwissenschaft und des Ministeriums für Kommunen, Bauen, Wohnen, Kultur Rheinland-Pfalz

Station 6: Floßherren – Holzfirma Mosel

Die Eigentümer der Flöße waren die Floßherren. Es handelte sich dabei um Kaufleute, die das zu Flößen zusammengestellte Holz verkauften. Sie fuhren in der Regel nicht mit den Rhein hinunter, sondern beauftragten Frachtflößer, in ihrem Namen Floß und Mannschaft zu befehligen. Noch heute lässt sich ein Kontor in Kamp-Bornhofen ausmachen, das Bürogebäude der Firma Mosel.

Das Wappen der Familie Mosel aus Kamp-Bornhofen (Bild: Flößer- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen)

Gründung der Firma Mosel

Der Holzhändler Anton Mosel und Jakob Grandjean gründeten am 29.03.1815 die Floßfirma „MOSEL-GRANDJEAN COMPANIE zu Camp a/Rhein“. Anton Mosels Sohn Jakob führte ein Holzgeschäft großen Stils. Es kaufte ganze Wälder im Schwarzwald und flößte das Holz hinunter bis nach Rotterdam.
Nach seinem Tod im Jahre 1855 übernahmen seine beiden ältesten Söhne Michael und Georg das Unternehmen, das in seinen Glanzzeiten, um die Jahre 1860 bis 1880, für die damaligen Verhältnisse recht bedeutend war.

Eine enorme Reichweite

Die Floßfirma wurde 1849 im Handelsregister unter dem Namen „HOHMANN-MOSEL“ eingetragen. Hohmann war ein Verwandter der Mosels. Die Firma verfügte über großen Waldbesitz und unterhielt Verkaufskontoren in Köln, Mainz, München sowie in Rotterdam und London. Ferner betrieben sie eine Anzahl von Sägewerken, u.a. auch in der Tschechoslowakei. In einem guten Jahr verdiente die Firma für die damalige Zeit fabulöse Summe von mehr als 200.000 Taler (etwa 600.000 Goldmark) nach heutigem Geld umge-setzt viele Millionen Euro.

Die Floßherren-Kiste der Holzfirma Mosel – Anno 1884 – befindet sich im Flößer- und Schiffermuseum (Bild: Flößer- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen)
Festfloß um 1900 (Bild: Flößer- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen)

Ein großbürgerliches Leben

Die Eigentümer führten ein großbürgerliches Leben: Man besaß eine Jagd, einige Häuser und Villen in Boppard, Bonn und Köln. In Camp wurde ein großes Haus mit Säulenvorbau erbaut, das hauptsächlich für große Feste benutzt wurde (heute ein Wohnhaus mit Bankfilialen). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren bei dieser Firma mehr als 60 Kamper Bürger als Flößer beschäftigt.

Erst Dampfkraft, dann Niedergang

Um 1880 wurde ein Dampfschleppboot angeschafft und auf den Namen „TANNE“ getauft. Dieses Boot hat nach dem Rheinschiffsregister aus dem Jahre 1884 eine Maschinen-leistung von 14 effektiven Pferdestärken. Die Besatzung bestand aus vier Männern. Der Schiffsführer war F. Lauter aus Camp. Mit diesem Boot wurden die firmeneigenen Flöße geschleppt. Die Firma machte etwa in den Jahren von 1885 bis 1890 infolge diversen Missgeschickes und falscher Leitung Bankrott.

Floß mit Dampfboot auf der Höhe der Marksburg (Bild: Flößer- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen)

In einem guten Jahr verdiente die Firma für die damalige Zeit fabulöse Summe von mehr als 200.000 Taler (etwa 600.000 Goldmark) nach heutigem Geld umgesetzt viele Millionen Euro

Alle Stationen auf einen Blick:

+Add location

Kamp-Bornhofen Stationenweg

Station 1: Bahnhof Kamp-Bornhofen
Station 2: Sankt-Nikolaus-Platz
Station 3: Rathaus und Museum
Station 4: Schiffermast
×
×